TERMINSPRECHSTUNDEN

 

Ausschließlich nach vorheriger Vereinbarung eines Termins

Die Kastration beim Hund: die häufigsten Gründe

Wann macht eine Kastration wirklich Sinn und wann nicht? Ist es im Hinblick auf das Tierschutzgesetz vertretbar, einen Hund zu kastrieren? Wird der kastrierte Hund wirklich aggressiv, gefräßig und faul? 

In Deutschland spielt die Kastration des Hundes zur Vermeidung unerwünschter Nachkommen eine untergeordnete Rolle. Entscheidende Aspekte sind medizinische Gründe und die Beeinflussung unterschiedlichen Fehlverhaltens. 

Bei der Hündin kann es 4-10 Wochen nach der Läufigkeit zu einer eitrigen Gebärmutterentzündung (Pyometra) kommen. Diese entsteht dadurch, dass der Gebärmuttermund während der Läufigkeit geöffnet ist und so Keime eindringen können, die eine aufsteigende Infektion verursachen. Gegen Ende der Hitze schließt sich der Gebärmuttermund wieder, wodurch die Keime eingeschlossen werden und gegebenenfalls Toxine bilden können. Weiterhin kann es zu wiederholten Scheinträchtigkeiten kommen. Dabei verhält sich die Hündin so, als hätte sie bereits Welpen oder kommt gerade in die Geburt. Es kommt zu verschiedenen körperlichen und psychischen Veränderungen wie zum Beispiel Nestbau, ein mit Milch gefülltes Gesäuge, Herumtragen und Bewachen von Stofftieren, Hausschuhen oder anderen Gegenständen, zunehmende Unruhe und mit unter auch aggressiven Verhalten. In schweren Fällen kann eine hormonelle Behandlung nötig sein. Des Weiteren kann das Risiko für die Entstehung von Gesäugetumoren, sogenannten Mammatumoren, beeinflusst werden. Mammatumore treten vor allem bei älteren Hündinnen ab dem 9. Lebensjahr auf. Eine hormonelle Läufigkeitsunterdrückung (beispielsweise durch "Delvosteron") begünstigt das Auftreten dieser Umfangsvermehrungen an der Gesäugeleiste. 

Bei folgenden Erkrankungen wird die Kastration empfohlen
   Eierstockstumore oder -zysten
   Gebärmutterentzündung
   Scheidenvorfall
   Diabetes Mellitus oder Morbus Cushing
   hormonell bedingte Hauterkrankungen
   zyklusabhängige Verhaltensstörungen 

Beim Rüden kann es während der Entwicklung zum Kryptorchismus kommen. Dieser Begriff bezeichnet den ein- oder beidseitige, nicht vollkommenen Hodenabstieg. Da der in der Bauchhöhle verbliebene Hoden meist zu bösartigen, tumorösen Entartungen neigt, empfiehlt es sich, den Rüden zu kastrieren. Durch die männlichen Sexualhormone kommt es bei vielen älteren Hunden zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Bei fortschreitenden Größenzunahme kann der Kot- und Urinabsatz erschwert werden, mitunter schmerzhaft sein. In anderen Fällen kann man auch blutigen Harn beobachten. Nach der Entfernung der Hoden kommt es in der Regel zu einer Verkleinerung der Prostata auf Normalgröße. 

Neben diesen medizinisch gerechtfertigten Gründen wird die Kastration von vielen als "Allheilmittel" zur Beseitigung von unangenehmen und unerwünschten Verhaltensweisen des Hunden angesehen.

Gewünscht hierbei wird die positive Beeinflussung von
   Aggressivität gegenüber anderen Hunden und/oder Menschen
   Hyperaktivität
   Ungehorsam
   Sexualverhalten des Rüden: Jaulen, Streunern, Urinmarkieren und Unruhe

Oft wird eine Kastration von den Besitzern in Erwägung gezogen, um das Zusammenleben mit dem Hund angenehmer zu gestalten. Aber man sollte sich immer bewusst machen: die Kastration stellt in keinem Fall einen Ersatz für eine sorgfältige Erziehung des Hundes dar.

 

Heute 35

Gestern 41

Woche 76

Monat 525

Insgesamt 70413

Aktuell sind 4 Gäste und keine Mitglieder online

Kubik-Rubik Joomla! Extensions